Tag 8 von 11: Verwirrt im Fedderwardersiel

Klappe die Erste, sollte noch etwas Erwähnenswertes passieren, lest ihr natürlich noch von uns. Jetzt aber erstmal der erste Post, etwas früher am Tage:

Zum Wach-schocken gingen einige heute Morgen noch vorm Frühstück in den See, der fast Badewannentemperatur hatte. Der Wind war nach wie vor frisch und es war das erste Mal, dass die meisten langärmlig frühstückten. Danach flott die Sachen zusammenpacken, alles einpacken und los: Heni auf den Trecker und nach einer kleinen, unbeabsichtigten Ehrenrunde (Umwege erhöhen die Ortskenntnis) schnurstraks Richtung Fedderwardersiel. Die drei Schläfer im wagen wurden jedoch unsanft geweckt, als ein Regenschauer herunterkam. Der hatte sich zwar schon länger angedeutet, war aer trotzdem nass, somit wurden alle Räder reingehievt, die nassen Sportler mummelten sich in die Schlafsäcke und “Mutti” setzte sich mit auf den Trecker und beaufsichtigte die weiterfahrt ;)

Nach Holpern und Stolpern (die Auflaufbremse vom NoWa macht den Vuvuselas von der Lautstärke her echt Konkurrenz, und es ruckelt immer gewaltig), den Deich rauf und runter auf einen Schottercampingplatz, Welcome to F’wadersiel. Aber irgendwie sind wir hier noch großere Exoten als sonst schon, die Wohnmobil-Stellplätze wären für uns wie Parkplätze für einen Smart und so wirklich heimisch fühlen wir uns noch nicht. Nach zwei Stunden Am-Gehweg-Parken, umgebung mit dem Rad erkunden, einer gerissenen Fahrradkette und einem Kilo frische Krabben für 5€, finden wir einen Herrn, der viel zu sagen hat – allerdings auf dem Hafengelände der Butjardinger Marina 45m weiter.
Hier stehen wir jetzt, Wagen per Hand mit gemeinsamen Kräften rangiert und Trecker rückwärts eingeparkt von Ruben, unter Aufsicht einer nordischen Frau und ihrem Hund, beide gehören scheinbar zu dem Mann, der uns so freundlich-unompliziert diesen Platz angeboten hatte. Strom hamwa, gegessen hamwa auch, und jetzt wird wie üblich an den Rädern rumgeschraubt, geschlafen, gelesen und für euch geblogt.

Einen Auftritt machen wir heute nicht. Die Temperaturen sind ziemlich abgefallen, hier ist…ääääh…niemand und nix (in 2km Entfernung Burhave, aber auch da ist heute tote Hose). Heni hatte jedoch eine andere, tolle Idee:
Blicke, Spuren, Pfadfinder, wir alle werden uns aufmachen und in der Umgebung einen Lieblingsplatz suchen. Beim Abendessen wird zusammengetragen und wir schauen und dann gemeinsam alles nochmals an.

Das klingt noch nach einer Reihe grandioser Bilder und malerischen Beschreibungen, bei denen man aus den Worten den Wind pfeifen hört und das Wasser riecht (Alle Angaben ohne Gewähr ;) ). Ablandige Böen schleichen über den Deich und fegen ihn wie tobende Kinder hinunter, hinaus auf die Weser, über die hinweg man wieder das CT 4 (Container Terminal) sehen kann.  Nachher werden wir vielleicht auch noch in Schlafsäcken den Deich runterkullern :D

Macht doch auch einfach mal wieder was, was ihr lange nicht mehr gemacht habt. Wie wärs mit Drachen steigen lassen? Den wolltet ihr vor Jaaahren unbedingt haben, und jetzt liegt er – ebenfalls seit Jahren ;) -  irgendwo im Regal und sehnt sich danach, die Flügel auszubreiten.

Herzlichste Grüße aus einer schläfrigen Umgebung

Eure Janika

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