Tag 10 und 11 von 11: Renovierungsparty

Juli 19, 2010

Ein wunderschöner Sonntag bricht heran im Dorf Neuenwalde bei Dorum. Lösungsmitteldämpfe mischen sich mit dem Duft frisch gemähten Grases. Die drei Trecker Fridolin, Heidi Kabel und Sir Williams stehen zusammen mit den drei Zirkuswägen NoWa (Nostalgiewagen), KüWa (Küchenwagen) und der DiWa in der Sonne vor ihrer Scheune. Es ist Renovierungparty!!!

Die Tour ist vorbei und jetzt ist Zeit, unseren Fuhrpark auf Vordermann zu bringen: da werden Kellerkästen neu gestrichen, Fenster geputzt, Lack abgeschliffen, neue Wände eingesetzt, Altöl entsorgt und und und… außerdem steht noch eine traurige Aufgabe an – wir müssen unser Zuhause der letzten 10 Tage räumen. Kostüme zusammenpacken, die eigenen Socken sortieren, Schlafsäcke zusammenrollen. „Wem gehört diese Unterhose??“

Langsam leert sich der Wagen und der ein oder andere verdrückt heimlich eine Träne. „Den Wagen nehme ich mit!“ sagt Hauke und grinst. Einige stimmen noch einmal unser Lied an: „Sommer, Sand und Sonnenbrand, WildwuX kommt jetzt a-han den Strand…“ Wir haben auf unserer Tour tatsächlich die strände erobert – und jetzt werden die letzten Sandkörner aus dem Wagen gefegt.

Eigentlich geht die Arbeit an Trecker und Wägen nie aus. Immer entdeckt man noch eine neue Baustelle, an der man arbeiten könnte. Hier ein frisches Weiß aufgetragen, dort ein leuchtendes Blau und hier rottet das Holz so langsam vor sich hin. Eine abgebrochene Regenrinne muss angebracht werden, ein Trecker springt nicht an und der WildwuX-Schriftzug soll an allen Außenwänden stehen. Eigentlich beruhigend, so muss es immer weitergehen, mit WildwuX, nächstes Jahr, ein neuer Treck, immer wieder… „Kommt herbei, schaut alle her! Es sieht leicht aus und ist doch schwer!“

Dies ist wohl erstmal unser letzter Blogeintrag. In ein paar Stunden werden wir alle auseinandergehen. Für die einen gehts gleich in den nächsten Urlaub, andere müssen wieder arbeiten, Hausarbeiten schreiben oder auf dem elterlichen Hof mit anpacken.

Was nehmen wir mit? Die Erkenntnis, dass norddeutsche Campingplätze mehr fetzen, als wir gedacht haben. Eine nahtlose Bräune bis in die Zehenspitzen und unser Motto des Trecks, das auf einer Postkarte über unserer Wagentür hing: „Schön ausschlafen, in aller Ruhe frühstücken und den Rest des Tages ganz locker bleiben.“ Yeeha!


Tag 9 von 11: News aus Nordenham

Juli 17, 2010

Hallo ihr Lieben 🙂
Sind gestern Abend leider nicht mehr zum Bloggen gekommen, darum der Bericht von gestern jetzt während der Fahrt. Hauke zieht den Wagen gerade durch die Tore des schönen Campingplatzes von Nordenham-Großensiel.

Die Fahrt hierher war angenehm: In Fed’Siel pünktlich los, unter Aufsicht der Dame (wir sind immernoch nicht ganz sicher, ob sie die Hafenmeisterin ist) mit viel Gestikulation vom Gelände der Butjardinger Marina und dann immer Richtung Nordenha. Wie gewohnt folgten neugierige Blicke und (oft etwas ungeduldige) Autofahrer dem Zug. Als die Straße sich eine Zeit lang gerade durch die Landschaft zog, und sich wieder eine Kolonne hinter uns angestaut hatte, stellte der Busfahrer eines Reisebusses hinter uns sein Können unter Beweis (Zitat der Radfahrer: „Der kommt da niemals vorbei“ – „Oh Gott, der überholt“ und dann „…der weiß was er tut“).Die  Radler machten es sich im Windschatten des Hängers bequem, im Wagen wurde geschlafen und nachdem Mutti die meiste Zeit beaufsichtigt hatte, setzte sie sich auch mal ans Steuer. Als würde sie es schon ihr Leben lang machen, manövrierte sie uns durch Dörfer und Orte, bis nach Nordenham, wo die Radfahrer vorfuhren, um mit dem Platzwart die Vorgehensweise abzusprechen (Gespräch mit dem Platzwart: „Sind Sie der Chef hier?“ – „Ich bin der Chef hier 😀 “ – „Hat sich bei Ihnen eine Gruppe mit Zirkuswaren angemeldet?“ – „Jo, die sind aber noch nicht da.“ – „Die sind grad angekommen.“ – “ Ach, ihr seid das, ja dann kommt man ran.“).
Wir wurden unglaublich herzlich empfangen, zwei Camper und der „Chef“ persönlich packten beim Rangieren des Hängers mit an und ruck-zuck standen wir in einer kleinen grünen Oase von Campingplatz, keine 2km vom Ortszentrum entfernt, um den letzten Tag unseres Trecks genießen zu können.

Nach Anmeldung, dem Angebot, den Grill nutzen zu dürfen und einer kleinen Pause machten sich fünf von uns auf den Weg zum Wochenmarkt, um nochmals ordentlich einzukaufen. Einer der Running-Gags unserer Tour ist Gouda: Nachdem wir uns den Kopf darüber zerbrochen hatten, ob Gouda nun eine holländische Stadt ist oder nicht (und das ist es), ging es häufig um die Stadt Gouda im Landkreis Emmenthal bei Brie. Umso witziger war es, als wir auf dem Markt einen waschechten Niederländer (sogar blond und mit dezentem Akzent) trafen, uns eine Weile nett mit ihm unterhielten uns das Stüc Gouda „weil ihr es seid“ für  fünf statt für sie Euro bekamen.

Leider mussten wir feststellen, dass sich ein Auftritt nicht rentieren würde, weil die Leute zu weit verstreut waren. Am ganzen Strand war wegen „Lebensgefahr – Baden verboten“, der Markt hatte zu wenig Platz und ungeeignetes Publikum und auch die Innenstadt schien uns nicht sonderlich ansprechend.

Wir sind grad an der Blexen Fähre angekommen, müssen folglich alle Räder ein- und alle Wüxe ausladen, und bei Ankunft auf der anderes Weserseite das Gleiche nochmal umgekehrt. Jetzt rollen wir durch Bremerhaven, dann geht’s wieder raus Richtung Langen bis nach Neuenwalde.

Da wir also kaum jemanden hätten erfreuen können mit unseren Walk Acts, entschieden wir, stattdessen abends ein bisschen Jonglage und Feuershow zu machen und rührten vorab bereit die Werbetrommel. Zuvor sollten wir allerdings noch ein Abschluss-Festmahl einnehmen. Und das beinhaltete gaaaaanz viel schnibbeln, würzen, einlegen, aushöhlen und zbereiten von:

Salat mit Nudeln, Tomaten und Pilzen
zwei verschiedenen Tomatensoßen (als Ketchupersatz), davon eine mit ordentlich Knoblauch
großen Champignons mit Feta-Füllung,
scharfgewürzten Tomatenhälften
eingelegter Paprika (unter anderem in Balsamico, mit Pfeffer und Salz)
eingelegter Zucchinischeiben
und, und, und…

Nachdem der Chef mir gezeigt hatte, wie man den Grill innerhalb von drei Minuten heiß bekommt (Holzkohle drauf und einfach mit dem Gasbrenner drüber, dann wird das Rost gleich mit sauber) und der Feta zerlief und die Tomaten bruzelten, aßen wir gemeinsam bei einem Bierchen und lachten uns – wie jeden Abend – Bauchmerzen. Einige Nachbarn legten noch Geflügel oder Toastbrot aufs Rost.

Nach einem schnellen „klar Schiff machen“ fingen einige an, sich mit Poi und Keulen ein wenig warm zu spielen, wir stellten Bänke auf und luden Nachbarn und alle, denen wir begegneten, ein, sie noch ein wenig mit Licht und Feuer zu erfreuen. Eine gemütliche Gruppe verschiedenster Camper fand sich ein, darunter mehrere Familien, eine Gruppe Mädels in Kuscheljacken, unser Nachbar, der beim Rangieren geholfen und viel mit uns geplaudert hatte, und natürlich der Platzwart.
Nach kurzem LED-Spiel verfeuerten wir eine Menge Lampenöl: Malte eröffnete, Bea machte das Herzstück und Janika den Abschluss. Einige „Wow“s und Applaus waren zu hören, doch das Beste kam – wie so häufig – zum Schluss. Es war kaum Überzeugung nötig, um unsere Zuschauer von den Bänken zu locken, und plötzlich fanden sie sich selbst mit einem Poi in jeder Hand, beim Verusch, das nachzuspielen, was sie gerade gesehen hatten. Dann und wann hörte man ein „au“, wenn wieder jemandem unverhofft ein Ball an den Hinterkopf flog oder die Arme von Schnüren gefesselt wurden.

Als sich nach etwa einer Dreiviertelstunde begeisterten Lernens und zum Teil beeindruckenden Fortschritten die Gruppen langsam verflüchtigten, nahmen wir uns noch ein wenig Zeit für uns. Gesa und Hauke beherrschen zum Beispiel die Dreischlagwelle, Bea zeigte noch ein paar Elemente aus dem Capoeira, Räder wurden geschlagen und alles Mögliche an Akrobatik und Jonglage einfach nochmal ausprobiert.

Mit einem Donnergrollen in der Ferne beschlossen wir, unsere Umgebung sturmfest zu machen. Die gemeinsam verbrachte Woche hat sich bemerkbar gemacht: Innerhalb kürzester Zeit verstauten wir Unempfindliches unterm Wagen, Empfindliches im Wagen (also auch uns 😉 ), machten noch einen Toilettengang und schlenderten entspannt um und in den Wagen, während der Himmel gefährlich knurrte. Die Sterne hatten sich bereits nach der Feuershow in für uns unsichtbaren Wolken schlafen gelegt, und auch wir verkrümelten uns in unseren Wagen, als gerade die ersten Blitze über den Himmel zuckten. Erst als wir alle warm in unseren Betten lagen brach der Regen aus den Wolken hervor und spülte die letzte Wärme des Tages mit sich zu Boden. Wind schlich leise durch die Fenster hinein und brachte einige wenige Tropfen mit sich, während wir im Wagen saßen und fasziniert beobachteten, wie der Himmel wieder und wieder von grellen Blitzen zerrissen wurde. Das Gewitter muss direkt über uns gewesen sein, als ein laut-donnernder Knall die Luft über unserem Wagen zu zerschlagen schien, danach zog es weiter, das Donnern verebbte, bis nur noch dann uns wann der Himmel kurzzeitig erleuchtet war.


Verliebt in Fedderwadersiel….

Juli 15, 2010

Ich habe mich verliebt….verliebt in Fedderwadersiel!!!
Zwar lief die Campingplatz- und Standortfrage ein wenig holprig an, aber irgendwie hat mich trotzdem der Ort verzaubert. Fedderwadersiel, ein kleines Dörfchen direkt an der Küste mit einem kleinen Hafen. Erst nach 1900 entwickelte sich aus dem Handelshafen ein Fischereihafen. Innerhalb kürzester Zeit ist man zu Fuß durch den Ort durch, über den Deich, durch Schafherden, am kleinen Kutterhafen entlang oder an der Küsten auf einem kleinen Weg entlang gewandert. Die Menschen hier sind wie man sich einen norddeutschen Küstenbewohner vorstellt (Ausnahmen bestätigen die Regel!) – immer nen Spruch auf den Lippen, gelassen, freundlich, wortkarg und hilfsbereit. Was der Ort nun aber so besonderes hat, dass ich mich verliebt habe, weiß ich auch nicht. Die ruhige Atmosphäre, das Meer mit den Möwen, Drachen steigen lassen auf dem Deich, der kleine schnuckelige Kutterhafen, der Wanderweg am Wasser entlang, wo man auch an einigen Stellen baden kann? Ich weiß es nicht…aber mal ganz ehrlich…..wer weiß schon genau, warum man sich gernau verliebt hat?!? Es ist doch immer einfach das große Gefühl, dass sich ergeben hat, ohne dass man ganz genau weiß, wann, wo und warum! Es ist einfach so!

Auf der Herfahrt hielt uns kurz nach Stollhamm ein Tanklaster an. Hauke und ich saßen auf dem Trecker und hatten sofort ein ungutes Gefühl: „Ohje, ist was an Nowa? Wieso hält er uns an? Ist was kaputt? Dürfen wir hier mal wieder nicht mit dem Trecker lang?“ Aber dann kam mit einem festen Händedruck ein nettes: „Moin, wo kommt ihr denn her?“ – „Aus dem Landkreis Cuxhaven!“ -„Jo, das hab ich auf dem Nummerschild gesehen, aber woher heute? Seid ihr hier unterwegs? Ihr habt ja ein Schmuckstück von Wagen!“ Er erzählte uns dann, dass er regelmäßig zu Oldtimer-Trecker-Treffen geht und er war vom Trecker und besonders von Nowa begeistert, wobei er auch die laute Auflaufbremse bemerkt hatte. Von ihm hatten wir dann auch die Info, dass wir um 14 Uhr im Hafen von Fedderwadersiel frische Granat direkt vom Kutter kaufen können. Er war nämlich auf dem Weg, um genau diesen Kutter zu betanken.
In Fedderwadersiel angekommen, bin ich also mit Ruben los in den Hafen, während die anderen die Campingfrage gelöst oder das kaputte Fahrrad reapriert haben. Natürlich war unsere netter Tanklasterfahrer schon vor Ort und wartete auf den nächsten Kutter. Nachdem wir uns frischen Granat gekauft hatten, haben wir noch ne Runde mit ihm geschnackt. Von ihm erfuhren wir, dass die Kutter immer für 2-3 Tage auf See bleiben und entweder ihre Kinder oder auch 2-3 Angestellte als Hilfskräfte mitnehmen. Und richtig, auf dem Kutter und beim Verkauf standen zwei Jungs in Fischerhemden. Was uns aber überrascht, geschockt und sogar empört hat, war die Info, dass die Granat von Fedderwadersiel über Cuxhaven nach Marokko transportiert werden, um dort gepult und hier wiederum verkauft zu werden! So viel zu FANGFRISCHER Granat!!! Es sei sogar billiger, als eine Krabbenpulmaschine zu kaufen und zu unterhalten!!! Die Welt ist doch bescheuert!
Da ich mich noch weiter mit dem Thema Granat beschäftigte und mich mit einer Fischbrötchenverkäuferin und den Besitzern/Verkäufern des kleinen Tante-Emma-Ladens über die Delikatesse und die unterschiedlichen Zubereitungsvarianten unterhalten habe, kommt hier noch granaten Granat-Info und noch leckere Rezepte zum Nachkochen:

Granat – Garnelen – Gernalen – Karabben – Knoat
Vor 1900 bereicherten vor allem die „kleinen Leute“ ihre Speisekarte mit Granat, den sie in mühevoller Arbeit mit dem Hamen finden. Häufig wurden die Granat in Steintöpfen mit viel Salz für den Winter konserviert und diente dann oft genug als Fleischersatz. Um 1880 wurden die Garnelen lebendig in brausend-kochendes, stark gesalzenes Wasser geschüttet; während sie 1/4 Std. kochten, ließ man einige Male ein glühendes Eisen darin ablöschen, wodurch sie eine rote schöne Farbe erhielten.

Hier einige Rezepte für Granat-Liebhaber. Um es zu verkürzen, schreibe ich nur die Zutaten auf, die Kochanleitung ist den meisten dann wohl auch so klar!

Fischerfrühstück – Krabbenbrot
4 Scheiben Schwarzbrot, 40g Butter, 280g Krabben, Butter zum Braten, 4 Eier, Salz, frisch gemahleren Pfeffer
Zum Garnieren: Einige Salatblätter, 4 Radieschen, Gewürzgurke
–> Alles künstlerisch auf dem Brot stapeln und perfekt garnieren!

Eingelegte Krabben
Essig, Pfeffer, Salz, gehackte Zwiebeln, Krabben
–> dazu isst man Bratkartoffeln

Granat-Frikadellen
300g Granat, 100g Hackfleisch, 1 Ei, 1 gehackte Zwiebel, Pfeffer, Salz, Paniermehl
–> nicht zu hart werden lassen!

Krabben-Cocktail
250g Krabbenfleisch, 1/2 Salatherz, 8 grüne Spargelköpfe, 100g Mayonaise, 1 EL Meerrettich, 4 EL Tomatenketchup, 1/2 TL Senf, 2 cl Weinbrand (Cognac) etwas Sherry, 1 TL Kerbel (gehackt) 1 Prise Paprika, evtl etwas Tabascosauce

Krabben-Ragout
Helle Mehlschwitze, Spargel oder Pilze (z.B. Champignons), Krabben
–> Dazu passen gut Salzkartoffeln

Guten Appetit wünscht Gesa – während der Tour auch gerne Mutti oder Mama wegen dem Kochjob genannt!


Tag 8 von 11: Verwirrt im Fedderwardersiel

Juli 15, 2010

Klappe die Erste, sollte noch etwas Erwähnenswertes passieren, lest ihr natürlich noch von uns. Jetzt aber erstmal der erste Post, etwas früher am Tage:

Zum Wach-schocken gingen einige heute Morgen noch vorm Frühstück in den See, der fast Badewannentemperatur hatte. Der Wind war nach wie vor frisch und es war das erste Mal, dass die meisten langärmlig frühstückten. Danach flott die Sachen zusammenpacken, alles einpacken und los: Heni auf den Trecker und nach einer kleinen, unbeabsichtigten Ehrenrunde (Umwege erhöhen die Ortskenntnis) schnurstraks Richtung Fedderwardersiel. Die drei Schläfer im wagen wurden jedoch unsanft geweckt, als ein Regenschauer herunterkam. Der hatte sich zwar schon länger angedeutet, war aer trotzdem nass, somit wurden alle Räder reingehievt, die nassen Sportler mummelten sich in die Schlafsäcke und „Mutti“ setzte sich mit auf den Trecker und beaufsichtigte die weiterfahrt 😉

Nach Holpern und Stolpern (die Auflaufbremse vom NoWa macht den Vuvuselas von der Lautstärke her echt Konkurrenz, und es ruckelt immer gewaltig), den Deich rauf und runter auf einen Schottercampingplatz, Welcome to F’wadersiel. Aber irgendwie sind wir hier noch großere Exoten als sonst schon, die Wohnmobil-Stellplätze wären für uns wie Parkplätze für einen Smart und so wirklich heimisch fühlen wir uns noch nicht. Nach zwei Stunden Am-Gehweg-Parken, umgebung mit dem Rad erkunden, einer gerissenen Fahrradkette und einem Kilo frische Krabben für 5€, finden wir einen Herrn, der viel zu sagen hat – allerdings auf dem Hafengelände der Butjardinger Marina 45m weiter.
Hier stehen wir jetzt, Wagen per Hand mit gemeinsamen Kräften rangiert und Trecker rückwärts eingeparkt von Ruben, unter Aufsicht einer nordischen Frau und ihrem Hund, beide gehören scheinbar zu dem Mann, der uns so freundlich-unompliziert diesen Platz angeboten hatte. Strom hamwa, gegessen hamwa auch, und jetzt wird wie üblich an den Rädern rumgeschraubt, geschlafen, gelesen und für euch geblogt.

Einen Auftritt machen wir heute nicht. Die Temperaturen sind ziemlich abgefallen, hier ist…ääääh…niemand und nix (in 2km Entfernung Burhave, aber auch da ist heute tote Hose). Heni hatte jedoch eine andere, tolle Idee:
Blicke, Spuren, Pfadfinder, wir alle werden uns aufmachen und in der Umgebung einen Lieblingsplatz suchen. Beim Abendessen wird zusammengetragen und wir schauen und dann gemeinsam alles nochmals an.

Das klingt noch nach einer Reihe grandioser Bilder und malerischen Beschreibungen, bei denen man aus den Worten den Wind pfeifen hört und das Wasser riecht (Alle Angaben ohne Gewähr 😉 ). Ablandige Böen schleichen über den Deich und fegen ihn wie tobende Kinder hinunter, hinaus auf die Weser, über die hinweg man wieder das CT 4 (Container Terminal) sehen kann.  Nachher werden wir vielleicht auch noch in Schlafsäcken den Deich runterkullern 😀

Macht doch auch einfach mal wieder was, was ihr lange nicht mehr gemacht habt. Wie wärs mit Drachen steigen lassen? Den wolltet ihr vor Jaaahren unbedingt haben, und jetzt liegt er – ebenfalls seit Jahren 😉 –  irgendwo im Regal und sehnt sich danach, die Flügel auszubreiten.

Herzlichste Grüße aus einer schläfrigen Umgebung

Eure Janika


Tag 7 von 11: Sandige Ergänzung

Juli 14, 2010

Da der letzte Artikel aus organisatorischen Gründen recht kurz geworden ist, hier nochmal eine ausführliche Beschreibung:

Wir sind überdurchschnittlich pünktlich aus Dangast aufgebrochen, drei Fahrräder unterwegs und Malte auf dem Trecker. Die Strecke war an den meisten Stellen fantastisch zu fahren, mancherorts fühlte man sich mit dem Rad dann doch etwas fehl am Platz (beispielsweise bei Höchstgeschwindigkeit 70 km/h, ohne Radweg an der Seite, ein bisschen wie ein Autobahnzubringer). Der Ort Blauhand beeindruckte uns besonders, allerdings eher seines Namens wegen als seiner Bewohner: außer ein paar Kühen keine Bevölkerung.

Direkt in Sande erkundigten wir uns bei einer freundlichen Radfahrerin nach dem Weg zum See, um festzustellen, dass wir uns keine 200m von der Einfahrt entfernt befanden. Der Weg zum Parkplatz glich einer geschlängelten Allee und nach einigen Rangieren und Probieren standen wir auf einem großen Rasenparkplatz, richteten uns ein nette kleine „Terrasse“ inklusive Sonnensegel ein.

Nach einem kleinen Happen zwischendurch legten wir uns ein bisschen auf die faule Haut. Vorbereitung für unseren Auftritt sozusagen – für einen Auftritt war es eh schon – beziehungsweise noch – viel zu heiß..


Tag 7 von 11: Am Strand in Sande

Juli 14, 2010

Heute sind wir in Sande. Wir haben uns erstmal von der Fahrt ausgeruht dann sind wir zum Strand gegangen und dann kam unser Gast. Janikas Vater. Wir haben uns dann für den Auftritt fertig gemacht.
Unser Auftritt war sehr gut wir hatten sehr viele ermunternde Zuschauer, denen es sehr gefiel. Dann sind wir noch zur anderen Hälfte des Strandes gegangen, haben unsere Show abgegeben.
Die Jugendlichen waren sehr erfreut haben auch versucht, bei unseren Walkacts mitzumachen.
Nach unserer Show sind wir zum Strand gegangen und haben uns von der Sonne brizzeln lassen.
Danach gabs Essen. Nach dem Essen kam das Unwetter und wir haben im Regen getanzt.

Gez.
Yusuf


Tag 6 von 11: Guck dich um!

Juli 13, 2010

Heute sind wir zu Gast in Dangast. Wir hatten zwei grandiose Auftritte, und kommen bei den Dangaster Dauercampern super an.
Unserem Nachbarn, dem Bademeister, waren wir anscheinend gleich symphatisch.

Unsere Auftritte heute waren ein voller Erfolg.
Die Akrobatiknummern sitzen beinahe perfekt. Mit unseren Walkacts konnten wir sogar einen Strandbesucher dazu bewegen an unserem Auftritt teilzunehmen.
Dieses mal fehlte auch der Standart-Spruch: „Was habt ihr denn geraucht?“
Es kam die Vermutung auf, dass der Grund für das Ausbleiben dieses Spruches nämlich der ist, dass das Dangaster Senioren-Publikum keine alternativen Drogen neben dem guten alten Bier kennen.

Krabbenrührei mit Queller-Gurken-Salat.
Über das Gericht des Tages kamen wir mit einer älteren Dame in Kontakt ( Zitat: „irgendwann macht es peng und dann ist man 73“ ), die uns wie selbstverständlich das Krabbenpuhlen zeigte:

  1. Krabbe am Hintern packen.
  2. Zwischen dem 2. und 3. Glied drehen, was den Panzer knackt.
  3. Den hinteren Teil des Panzers unter Druck auf den Schwanz abziehen.
  4. Die Krabbe am Kopf packen und ihn ablösen. (hierbei hinten festhalten)
  5. Krabbe gepuhlt haben.

Queller. Ein nahrhaftes Wattgewächs (Heni und Bea hatten den Queller hier in Dangast gepflückt), hatten wir zusammen mit Gurken, Paprika, Zitrone und Olivenöl zu einem leckeren Salat angemacht, den es zu unserem oben erwähnten Krabbenrührei gab.

Alles in Allem war unser Essen heute ein Gedicht.

Hier noch ein Bild vom Queller: